Montag, 20. Januar 2014

Nun geht unsere Zeit hier in Uganda tatsächlich schon dem Ende entgegen, nur noch ein Monat bleibt uns hier am Projekt und wir können es kaum glauben, wie schnell die sechs Monate vergangen sind.
Da ja seit unserem letzten Blogeintrag nun auch schon wieder einige Monate vergangen ist (Entschuldigung dafür!), hier jetzt endlich mal wieder ein Lebenszeichen von uns.
Entgegen aller Erwartungen war die Weihnachtszeit hier am Ziegenhügel doch sehr geschäftig und wir hatten viel zu tun.
Mitte Dezember haben wir nämlich endlich mit den Workshops begonnen, auf die sich nicht nur die Beneficiaries, sondern auch wir Volunteers wirklich gefreut haben. Zusammen mit Ericana sind wir jetzt also jeden Tag unterwegs und besuchen die Beneficiary-Gruppen, die wir vor einiger Zeit registriert haben.
Wenn wir am vereinbarten Treffpunkt ankommen (üblicherweise mit Verspätung), werden wir schon freudig erwartet und nach den üblichen Begrüßungsfloskeln und Gebeten starten wir dann mit den Workshops. Als Tafelersatz wird ein Flipchart-Block an einem Baum befestigt. Die Beneficiaries sind wirklich ausgesprochen interessiert und diskutieren rege über Faktoren einer guten Toilette oder die Unterschiede einer temporären und einer permanenten Behausung. Besonders interessant waren die Workshops zum Filtern von Trinkwasser. Um dieses Thema nicht nur theoretisch abzuhandeln, verschmutzten wir etwas Wasser mit Dreck und ließen dieses dann durch einen selbstgebauten Filter aus Stoffresten, Sand, Steinen und Kohle laufen. Die Beneficiaries waren sichtlich begeistert über den Effekt, den dieser Filter hatte. Nach einigen Durchläufen war das Wasser tatsächlich fast komplett klar!
So haben wir im letzten Monat also auch mehr mit den Beneficiaries zu tun gehabt, wozu wir vorher ja noch nicht so richtig kamen. Das ist eine wirklich schöne Erfahrung, auch wenn die Sprachbarriere das Arbeiten nicht immer einfach macht.

Obwohl wir durch die Workshops schon recht beschäftig waren, ließen wir uns nicht davon abbringen, im Dezember trotz Hitze für ein bisschen Weihnachtsstimmung zu sorgen. Dabei halfen uns Adventskalender, Weihnachtsdeko, sowie Backmischungen, die uns von unseren Freunden und Familien geschickt wurden. Besonders amüsiert haben wir uns über „Instant Snow“ aus der Dose. „Looks and feels like real snow“ hieß es auf der Verpackung. Wirklich bestätigen können wir das nicht, aber für die Ugander war es trotzdem eine Attraktion.
Über Weihnachten bekamen wir außerdem Besuch von Johannas Freund und Jakobs Mutter und Schwester. Zusammen verbrachten wir ziemlich ungewohnte aber durchaus heitere Feiertage.
Heilig Abend waren wir bei Sylvester zu Hause eingeladen. Leider konnte Sylvester selbst nicht dabei sein, weil er unerwarteter Weise noch in Äthiopien war. Seine Frau Mama Hope hat uns aber sehr gut mit unglaublich viel leckerem Essen versorgt und es war schön, endlich auch mal Sylvesters Kinder Hope, Peace, Joy und Emanuel kennen zu lernen. Am 25. sind wir morgens in die Kirche gegangen um mal einen echten ugandischen Weihnachtsgottesdienst zu erleben. Gott sei Dank war es in der Kirche angenehm kühl, denn es war bereits am Morgen unglaublich heiß, sodass wir schon nach dem fünfminütigen Gang zur Kirche ziemlich erschöpft und verschwitzt waren. Der Gottesdienst war wirklich ein Erlebnis! Es wurde viel gesungen und getanzt und es gab sogar ein richtiges Krippenspiel, das uns, obwohl in Lhukonzo, sehr erfreute. Recht ungewohnt, besonders für unsere deutschen Besucher, waren die zahlreichen Opfergaben, die die Kirchenbesucher im Laufe des Gottesdienstes nach vorne zum Altar brachten. Dort wimmelte es am Ende nur so vor Ziegen, Hühnern, Matookestauden, riesigen Zuckerrohren, Jackfruits und Papayas.
Nach ein paar weiteren ruhigen Tagen am Projekt machten wir uns dann in verschieden Richtungen auf, um noch ein paar weitere Teile dieses schönen Landes kennen zu lernen. Auch im Queen Elizabeth Nationalpark waren wir noch einmal unterwegs und haben jetzt endlich auch die Löwen gesehen, nach denen wir so lange gesucht haben :)


Im Neuen Jahr gab es dann ein großes Wiedersehen in Entebbe. Am 3. Januar kamen nämlich Robert und CG aus Deutschland um sich mit dem Board of Directors von Give a Goat, einer Repräsentantin der Beneficiaries zu einem mehrtägigen Meeting zu treffen um gemeinsame Ziele für die nächste Zeit auszuarbeiten. Das lief auch, dank gelungener Leitung recht ordentlich und führte zu intensiven Gesprächen. Nach vier Tagen ging es mit dem ugandischen Staff und Robert zurück ans Projekt.
Robert blieb allerdings nur für 2 Tage hier, ließ sich den aktuellen Stand des Projekts zeigen und sprach mit den Mitarbeitern. Trotzdem war es nett mal wieder andere Gesichter zu sehen!
Zu guter Letzt gaben wir letztes Wochenende die Ziegen für die neuen Beneficiarygruppen aus. Dafür wurden die Nummern der Ohrmarkierungen auf Zettel geschrieben und jeder Beneficiary zog eine Nummer, was nötig war, weil es hier natürlich nicht 60 komplett identische Ziegen gibt. Leider war es eine ziemlich chaotische Angelegenheit ca. 60 Beneficiaries mit den ihnen zugelosten Ziegen zusammen zu führen, doch für alle Beteiligten eine recht heitere Angelegenheit.


So, das war´s wieder von uns. Wir genießen unseren letzten Monat hier in Uganda!

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