Sonntag, 3. März 2013

Einer geht noch!


Heute feiern wir drei Freiwilligen eine Art Jubiläum. Wir sind jetzt exakt einen Monat hier und die Begeisterung lässt nicht nach.

Die Tage vergehen so schnell; jeden Montag und manchmal auch Freitag gehen wir auf den Markt in Kisinga. Es ist eine so schöne bunte Mischung aus Farben, Früchten, Obst, Menschen, Sprachen, Gerüchen.... In einem Laden gibt es nie 'nur' Keidung, Essen oder Schreibwaren etc. Es ist alles gemixt. Es ist dann manchmal schwer, das Richtige auf Anhieb zu finden, aber wir sind es nun so langsam gewohnt.

Wir haben uns mittlerweile auch sehr gut am Projekt eingefunden. Man steht am Morgen auf, wird um spätestens 7 Uhr vom Hahn geweckt, der stolz sein Kikerikiiiiiii über das Gelände schreit; komischerweise zieht es ihn jedes Mal auf unseren kleinen Balkon. Wirklich unglaublich angenehm!!

Auch mit dem Staff ist es sehr lustig. Wir sitzen oft am Abend noch an der Küche; machen Übungsstunden in Lukonzho-Englisch oder quatschen einfach; egal ob mit Gesten oder Sprache- es klappt! Wir werden auch charmant in die Tanzkünste eingeführt und erproben unser Können. It's a lot of fun!

Den Nächten werden unsere Träume und Sehnsucht nach Essen gewidmet. Wir haben uns inzwischen an Pocho/Matoke und Bohnen zum Mittag gewöhnt, es schmeckt so langsam wirklich gut! Auch andere lokale Spezialitäten wie Mandasi (Eine Art, schwäbisch: Faschingsküchle, saarländisch: Berliner ohne Marmelade, berlinerisch: Pfannkuchen "), Chapati (Fladenbrot in der Pfanne gebraten, Gonja (gegrillte Banane) und Samosa (Frittierte Teigtaschen, gefüllt mit Kichererbsen) schmecken wirklich gut.

Am Abend kochen wir; mal Kohl mit Tomaten und Zwiebeln, Aubergine mit Paprika und Möhren an Kokos-Curry.. Dazu Nudeln oder Reis. Wir sind außerdem sehr stolz auf die Pommes, die wir mit frischen Kartoffeln selbst machen.

Da wir hier natürlich keinen Elektroherd haben, mussten wir lernen Feuer zu machen. Mit Tipps von den Farmjungs, die sich über unsere Bemühungen schief lachten, klappt es mittlerweile ganz gut! Charlotte Feuerstein macht einen guten Job.

Und trotzdem vermissen wir Wurst, Käse, Schwarz-/Vollkornbrot, Milchprodukte, Allerlei an Haribo, Schokolade, Müsliriegel, Kuchen und Süßgebäck.. Lasagne, Sahneschnitzel, Spätzle, im Ofen gebackenes Hühnchen, Pizza, Salat mit Putenstreifen................................................. . . .   .

Die neuen und lustigen Erlebnisse à Ugandermentalität lassen auch nicht nach; letzten Samstag machten wir einen Tagesausflug nach Kasese. Wir schlenderten durch die Kleidermärkte, besuchten dann Craftshops und fuhren anschließend zu Caprisort. Dort gibt es einen Pool und tolles indisches Essen! Marie und Theresa teilten sich Curry in Mediumschärfe, welches uns ganz schön ins Schwitzen brachte; Charlotte bekam endlich ihre vermisste Pizza. Anschließend kauften wir noch im 'Supermarkt' und 'local market' ein und waren mit drei vollen Rucksäcken und Wasserkasten fast überbepackt. Wir traten dann die Heimreise zum Projekt an, wo man sich ein Taxi nach Kisinga/Kirembo o.Ä., dann ein Boda für die letzte steile Strecke auf unseren Hügel nimmt.

Wir fanden glücklicherweise schnell einen Fahrer und stiegen ein. Wir freuten uns, da wir anfangs alleine mit dem Fahrer waren. Wir hatten Platz für unser Gepäck und alles schien komfortabel. Wir lehnten uns müde und erschöpft zurück und fuhren los. Dann stieg ein weiterer Passagier ein, die schweren Rucksäcke (man bemerke bis oben hin gefüllte Bagpackerrucksäcke mit ca 70 l Volumen) mussten wir dann auf den Schoß nehmen. Wir fuhren aus Kasese heraus und der Fahrer hielt ein weiteres Mal um sich nach Passagieren umzuschauen. Status Quo war zu dem Zeitpunkt: 5 Passagiere, mit drei Rucksäcken und vollem Kofferraum; alle aneinandergequetscht. Das Auto quitschte schon bei jeder Unebenheit, es schien schon sehr vollgestopft. Der Fahrer teilte unsere Meinung jedoch nicht.. Einer geht noch, eeeiiiner geht noch rein! Dann waren wir schon sechs. Ein weiterer Stopp, dann waren es schon sieben! Und immer wenn wir dachten, jetzt geht nichts mehr..kam von irgendwo ein Passagierlein her! Ingesamt waren wir am Ende neun. Charlotte und Marie hingen so halb in der Luft, Theresa halb zerquetscht von Rucksack und Passagieren auf dem Schoß.

Wir erreichten Kisinga und der Fahrer bog plötzlich ab, durch einen Graben, mitten durch die Marktstände über das Feld und ein paar Hügel, wo wir dann aufsetzten. Wir waren schon dabei zu planen, wie wir Bodas rufen und das Gepäck irgendwie an die Straße schaffen könnten.... Dann ging es doch irgendwie weiter und wir erreichten eine kleine Hütte. Der Fahrer lud ernsthaft sechs mehrere kiloschwere Zementsäcke aus dem Kofferraum. Irgendwie kamen wir dann wieder auf die Straße und wurden dann von Ericana mit einem Boda abgeholt.

Wir waren danach wirklich erschöpft und konnten uns aber trotzdem vor Lachen nicht halten. Die Situation war so konfus aber trotzdem war es einfach vollkommen Uganda. In Deutschland hätten wir wohl schnell die Geduld verloren; hier in Uganda lachten wir einfach darüber und hatten sogar Spaß daran.

Soviel erst mal von uns.. Wir hoffen ihr hattet genauso viel Spaß beim Lesen, wie wir beim Erleben!

Auf bald,

liebste Grüße:

Masika Charlotte, Masika Marie, Nyangoma Theresa.

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