Mittwoch, 25. Juni 2014



Nun sind schon über zwei Drittel unseres Aufenenthalts vorbei. Seit unserem letzten Eintrag gibt es vor allem zu berichten, dass die Straße zum Projekt nach einigen bürokratischen Hürden begradigt wurde. So gleicht die Fahrt während der Regenzeit nicht weiter einer Schlammschlacht und das Health Center ist um ein vielfaches einfacher zu erreichen.
Des Weiteren sind wir mit der Erziehung und Ausbildung eines Kätzchens zur Rattenfängerin betraut. Die von unserem Executive Director auf Grace getaufte Katze hat sich inzwischen gut eingelebt und ist vor allem mit unserem Koch und den Schulkindern bestens befreundet. Unser Training zur Rattenassassine trägt bereits erste morbide Früchte. 
Grace der Rattenschreck

Auch den Steinbackofen haben wir weiterhin fleißig benutzt. Die Finesse unserer Backkreationen hat sich in recht ordentlichen Zimtschnecken und Zwiebelbrötchen manifestiert. Unsere Backworkshops sind bisher allerdings eher von bescheidenem Erfolg gewesen, aber wir geben nicht auf. Erfolreicher sind die Workshops für die Beneficiaries, bei denen wir regelmäßig die beiden Community Development Worker unterstützen. So preisen wir zum Beispiel die projekteigene Krankenversicherung an, die die basale medizinische Versorgung für die Bevölkerung im Umkreis von Give a Goat garantiert. Weitere Punkte auf der Workshopagenda waren landwirtschaftliche Praktiken, wie etwa unterschiedliche Tipps und Tricks für das Anlegen eines Gemüsegartens und das Aufziehen von Sprösslingen. 
 
Anlegen eines Nursary Beds
Vor kurzem sind wir dann zur Haltung und Behandlung von Ziegen übergegangen. So haben auch wir unter anderem gelernt, was eine gesunde Ziege ausmacht und wo die Gefahren bei der Zucht lauern.
Doch nicht nur im Umgang mit den Ziegen muss man vor Viren und Würmern auf der Hut sein. Auch die Computer bedurften in dieser Hinsicht hin und wieder unserer Fürsorge. Was in Uganda eine größere Herausforderung ist, da die Internetverbindung hier im ländlichen Bereich nur bei günstigen Wetterverhältnissen und Sternenkonstellationen zu funktionieren scheint. Trotzdem können wir uns damit brüsten, das Virenproblem seit einigen Monanten in Schach zu halten.
In der näheren Zukunft ist eine agricultural exhibition geplant, zu der von über 20 Schulen Lehrer und Auszubildende kommen werden. Unsere Aufgabe wird dabei die Vorführung von Milchprodukten sein, wie die Verarbeitung der Milch zu Joghurt und Frischkäse.
Was das kulturelle Leben angeht, so haben wirzahlreiche Einblicke in die unglaublich bunten und gutbesuchten Hochzeiten erhalten, bei denen die weitläufige Familien- und Clanverwandtschaft zusammenkommt. 
Das Brautpaar bei der Ankunft


So viel erstmal von uns. Bald geht‘s für ein paar Tage in wohlverdienten Urlaub, in dem wir noch einiges von Uganda zu sehen hoffen, bevor es Anfang August wieder Richtung Deutschland geht...

Freitag, 11. April 2014


So jetzt ist auch endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem wir endlich mal vom Projekt berichten. Jakob und Johanna haben uns ja bereits vorgestellt, wir sind ihre Nachfolger Marius und Alex. Ihr Bericht endete mit dem Beginn der Installation der Solarpanels. Diese sind jetzt mithilfe von Leopold (Roberts Vater, der uns einen Monat lang tatkräftig am Projekt unterstützte) und vielen fleißigen Ugandern auf dem Dach installiert. Auf einem reflektierenden Blechdach unter der Äquatorsonne arbeiten war schweißtreibend, aber die 3 Wochen Arbeit haben sich definitv gelohnt. Die Einweihung der Solarpanels fand unter großem zeremoniellem Festakt durch den Mayor des Kasese Districts statt, der, sichtlich angetan von dem Projekt, weitere Unterstützung versprach. 


Einweihung der Solarpanels durch den Mayor

So steht vor allem der Ausbau der Straße - oder besser Piste - zum Projekthügel als kommende Herausforderung an. Die Kinder der Give-a-Goat Schule und eine stimmlich begabte Gruppe der Beneficiaries trugen Lieder zur Unterhaltung vor, Ziegen wurden an die Beneficiaries ausgehändigt und eine ließ ihr junges Leben, um die Anwesenden zu verköstigen.
Nach der Installation stand der Bau eines Steinbackofens an, dessen Komplexität und Arbeitsaufwand den Panels in nichts nachstand.Grob geschätzte 2 Tonnen Material und unzählige Arbeitsstunden später konnten wir dann jedoch die Früchte unserer Arbeit in Form eines Brotes genießen. 

Ein fruehes Stadium des Ofenbaus
Des Weiteren haben wir zusammen mit Leopold die Flußvermessung in Angriff genommen. Nach einer ausgedehnten Flusswanderung und Geplansche im Nyamugasani ist der erste Schritt Richtung Wasserkraftwerk getan - auch wenn die definitive Entscheidung darüber noch aussteht, da der kurvenreiche und unbeständige Flussverlauf die Planung erschwert. Allerdings liefern die neuen Solarpanels nun erst einmal genügend Strom für die Pumpe, die in Kombination mit einem ebenfalls neu installierten Tank die Wasserversorgung von (unter anderem) dem Health Center sichert.
Aber auch außerhalb der Arbeitszeit haben wir bereits einiges von Uganda gesehen und viele interessante Leute kennen gelernt. So haben wir bereits den Queen Elisabeth National Park mit seinen zahlreichen tierischen Attraktionen bewundert, waren in einem Vulkankratersee schwimmen und haben uns im nahen Kasese mit dem ugandischen Nachtleben vertraut gemacht. Darüber hinaus geben aber auch die alltäglichen Erfahrungen immer wieder Anlass zur Freude und/oder zum Nachdenken.
Falls das sensible Internet uns keinen Strich durch die Rechnung macht, melden wir uns bald wieder mit Neuigkeiten vom Projekthügel.

 Bis dahin, liebe Grüße von Alex und Marius.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Einen wunderschönen guten Abend,
Dies ist leider schon der allerletzte Blogeintrag von Johanna und mir.



Viel ist passiert in letzter Zeit, wir haben die neuen Volunteers (Marius Ritter und Alexander Jakubowski) vom Flughafen in Entebbe abgeholt und in ihr neues Umfeld eingeführt. Dazu zählte natürlich die obligatorische, ungemütliche
Busfahrt, das Kennenlernen des kompletten
Staffs, Erkundung aller wichtigen
Orte (die umliegenden Dörfer, Märkte etc.)
 und die Freizeitgestaltung in und um Kasese.
Einen Tag später kamen allerdings auch weitere
 Muzungus an, nämlich Leopold und Rosmary,
beide engagierte Ziegen, um bei der Installation
 der neuen Solaranlage und einigen weiteren
Baustellen tatkräftig mitzuwirken. Zu guter
 Letzt kam auch noch Ferdinand, ebenfalls
 SeZ-Mitglied, der ein zweimonatiges Praktikum
 am Krankenhaus in Kagando absolviert.

Momentan sieht man auf dem Ziegenhügel also sehr viele weiße Gesichter.
In den letzten Tagen verbrachten wir also viel Zeit auf dem Dach um Löcher zu bohren und die Befestigungen für die 60 neuen Solarmodule anzubringen. (Mehr dazu allerdings im ersten Blogeintrag von Alex und Marius! J)







Gestern Abend haben wir dann um unsere gemeinsame Zeit hier abzuschließen und um dem Staff, der uns hier so liebevoll aufgenommen hat, zu danken, ein Lagerfeuer gemacht und für alle Getränke besorgt. Es wurde ein recht netter Abend mit Stockbrot am Feuer und netten kleinen, abschließenden Unterhaltungen.  




 

Wir jedenfalls werden hierher zurückkommen. Es war eine großartige Zeit!



Montag, 20. Januar 2014

Nun geht unsere Zeit hier in Uganda tatsächlich schon dem Ende entgegen, nur noch ein Monat bleibt uns hier am Projekt und wir können es kaum glauben, wie schnell die sechs Monate vergangen sind.
Da ja seit unserem letzten Blogeintrag nun auch schon wieder einige Monate vergangen ist (Entschuldigung dafür!), hier jetzt endlich mal wieder ein Lebenszeichen von uns.
Entgegen aller Erwartungen war die Weihnachtszeit hier am Ziegenhügel doch sehr geschäftig und wir hatten viel zu tun.
Mitte Dezember haben wir nämlich endlich mit den Workshops begonnen, auf die sich nicht nur die Beneficiaries, sondern auch wir Volunteers wirklich gefreut haben. Zusammen mit Ericana sind wir jetzt also jeden Tag unterwegs und besuchen die Beneficiary-Gruppen, die wir vor einiger Zeit registriert haben.
Wenn wir am vereinbarten Treffpunkt ankommen (üblicherweise mit Verspätung), werden wir schon freudig erwartet und nach den üblichen Begrüßungsfloskeln und Gebeten starten wir dann mit den Workshops. Als Tafelersatz wird ein Flipchart-Block an einem Baum befestigt. Die Beneficiaries sind wirklich ausgesprochen interessiert und diskutieren rege über Faktoren einer guten Toilette oder die Unterschiede einer temporären und einer permanenten Behausung. Besonders interessant waren die Workshops zum Filtern von Trinkwasser. Um dieses Thema nicht nur theoretisch abzuhandeln, verschmutzten wir etwas Wasser mit Dreck und ließen dieses dann durch einen selbstgebauten Filter aus Stoffresten, Sand, Steinen und Kohle laufen. Die Beneficiaries waren sichtlich begeistert über den Effekt, den dieser Filter hatte. Nach einigen Durchläufen war das Wasser tatsächlich fast komplett klar!
So haben wir im letzten Monat also auch mehr mit den Beneficiaries zu tun gehabt, wozu wir vorher ja noch nicht so richtig kamen. Das ist eine wirklich schöne Erfahrung, auch wenn die Sprachbarriere das Arbeiten nicht immer einfach macht.

Obwohl wir durch die Workshops schon recht beschäftig waren, ließen wir uns nicht davon abbringen, im Dezember trotz Hitze für ein bisschen Weihnachtsstimmung zu sorgen. Dabei halfen uns Adventskalender, Weihnachtsdeko, sowie Backmischungen, die uns von unseren Freunden und Familien geschickt wurden. Besonders amüsiert haben wir uns über „Instant Snow“ aus der Dose. „Looks and feels like real snow“ hieß es auf der Verpackung. Wirklich bestätigen können wir das nicht, aber für die Ugander war es trotzdem eine Attraktion.
Über Weihnachten bekamen wir außerdem Besuch von Johannas Freund und Jakobs Mutter und Schwester. Zusammen verbrachten wir ziemlich ungewohnte aber durchaus heitere Feiertage.
Heilig Abend waren wir bei Sylvester zu Hause eingeladen. Leider konnte Sylvester selbst nicht dabei sein, weil er unerwarteter Weise noch in Äthiopien war. Seine Frau Mama Hope hat uns aber sehr gut mit unglaublich viel leckerem Essen versorgt und es war schön, endlich auch mal Sylvesters Kinder Hope, Peace, Joy und Emanuel kennen zu lernen. Am 25. sind wir morgens in die Kirche gegangen um mal einen echten ugandischen Weihnachtsgottesdienst zu erleben. Gott sei Dank war es in der Kirche angenehm kühl, denn es war bereits am Morgen unglaublich heiß, sodass wir schon nach dem fünfminütigen Gang zur Kirche ziemlich erschöpft und verschwitzt waren. Der Gottesdienst war wirklich ein Erlebnis! Es wurde viel gesungen und getanzt und es gab sogar ein richtiges Krippenspiel, das uns, obwohl in Lhukonzo, sehr erfreute. Recht ungewohnt, besonders für unsere deutschen Besucher, waren die zahlreichen Opfergaben, die die Kirchenbesucher im Laufe des Gottesdienstes nach vorne zum Altar brachten. Dort wimmelte es am Ende nur so vor Ziegen, Hühnern, Matookestauden, riesigen Zuckerrohren, Jackfruits und Papayas.
Nach ein paar weiteren ruhigen Tagen am Projekt machten wir uns dann in verschieden Richtungen auf, um noch ein paar weitere Teile dieses schönen Landes kennen zu lernen. Auch im Queen Elizabeth Nationalpark waren wir noch einmal unterwegs und haben jetzt endlich auch die Löwen gesehen, nach denen wir so lange gesucht haben :)


Im Neuen Jahr gab es dann ein großes Wiedersehen in Entebbe. Am 3. Januar kamen nämlich Robert und CG aus Deutschland um sich mit dem Board of Directors von Give a Goat, einer Repräsentantin der Beneficiaries zu einem mehrtägigen Meeting zu treffen um gemeinsame Ziele für die nächste Zeit auszuarbeiten. Das lief auch, dank gelungener Leitung recht ordentlich und führte zu intensiven Gesprächen. Nach vier Tagen ging es mit dem ugandischen Staff und Robert zurück ans Projekt.
Robert blieb allerdings nur für 2 Tage hier, ließ sich den aktuellen Stand des Projekts zeigen und sprach mit den Mitarbeitern. Trotzdem war es nett mal wieder andere Gesichter zu sehen!
Zu guter Letzt gaben wir letztes Wochenende die Ziegen für die neuen Beneficiarygruppen aus. Dafür wurden die Nummern der Ohrmarkierungen auf Zettel geschrieben und jeder Beneficiary zog eine Nummer, was nötig war, weil es hier natürlich nicht 60 komplett identische Ziegen gibt. Leider war es eine ziemlich chaotische Angelegenheit ca. 60 Beneficiaries mit den ihnen zugelosten Ziegen zusammen zu führen, doch für alle Beteiligten eine recht heitere Angelegenheit.


So, das war´s wieder von uns. Wir genießen unseren letzten Monat hier in Uganda!

Dienstag, 22. Oktober 2013

Da wir uns nun schon so lange nicht mehr gemeldet haben kommt nun ein besonders langer Eintrag über eine besonders ereignisreiche Zeit.
Doch zuerst zur aktuellen Lage am Projekt. Wir freuen uns, die ehrenvolle Aufgabe übernommen zu haben, den staff members Grundkenntnisse über den Gebrauch von Computern zu vermitteln. Auf dem Lehrplan stehen Dinge, wie das Benutzen von Maus und Tastatur (ja, es mag seltsam klingen, aber für jemanden, der noch nie an einem Computer saß, ist das selbstverständlich absolutes Neuland), elementare Befehle und das MS Office Paket. Tatkräftig unterstützt werden wir dabei von George, der ausgebildeter Informatiklehrer ist und sich bereit erklärt hat, den theoretischen Teil zu übernehmen. Manchmal sind die Probleme, die entstehen für uns nicht vollkommen nachvollziehbar – eine Geduldprobe, die aber vor allem durch erste Fortschritte und Erfolge wirklich sehr viel Spaß macht.


Ziel ist es, dass zukünftig Registrierungsaufgaben, Protokolle etc. von jedem zuständigen Mitarbeiter erledigt werden kann. Um festzustellen ob alle einen gewissen Level erreicht haben hat George einen kleinen Test vorbereitet, der wohl diese Woche noch stattfinden soll.





Des Weiteren  durften wir vor etwa 2 Wochen einem Picknick am Lake Edward beiwohnen, welcher sich an der Grenze zum Kongo befindet. Alle Mitarbeiter von Give a Goat Africa fuhren zu einer schön gelegenen Anlage um dort zu essen, zu trinken und Volleyball zu spielen.
Nach einigen Matches entstand die Idee, man brauche ein Volleyballnetz am Projekt, ob das umgesetzt wird ist natürlich eine ganz andere Frage... Uns Freiwilligen würde es natürlich sehr freuen! :) Als es dann auf den Abend zuging wurde noch lange getanzt bis alle satt und glücklich nach Hause fuhren.







Nur einige Tage später, am 9. Oktober, war dann der ugandische Unabhängigkeitstag. Um diesen zu zelebrieren waren wir mit ein paar Freunden aus Kasese bei einem amerikanischen Freund eingeladen, der zusammen mit seinem Vater eine Safari Lodge im Queen Elizabeth Nationalpark aufbaut.  Nachmittags bekamen wir eine Exklusivsafari obendrauf, welche einen spannenden Einblick in die Flora und Fauna der afrikanischen Steppe gewährte. Löwen wollten sich allerdings an diesem Tag leider nicht zeigen. Einige von uns konnten jedoch einen Blick auf einen Leoparden erhaschen, welche noch seltener zu sehen sind. Anschließend ging es zur halbfertigen Safarilodge, die wunderschön an einem Kratersee liegt, an dem Wildtiere aller Art ihren Durst stillen. Dort erlebten wir den berühmten afrikanischen Sonnenuntergang in atemberaubender Kulisse. Eine bombastische Erfahrung!
Abends wurde dann gegrillt, amerikanisch- afrikanisches Barbecue, mit echten Burgern (!), Schwein, Ziege, Pommes und allerlei lokalen Beilagen – wirklich sehr lecker! Insgesamt ein sehr gelungener Tag, was nicht nur daran liegt, dass wir Amelie kennen gelernt haben, eine Deutsche, mit der sich Johanna sofort zum gemeinsamen Backen verabredet hat.
Zu guter Letzt waren wir dieses Wochenende das erste Mal in Fort Portal, etwa 2 Stunden vom Projekt entfernt. Nach dem „Chicken Friday“, einer neuentstandenen Tradition der Muzungus in Kasese (wir treffen uns jeden Freitag und 
essen Hühnchen), nahmen wir den

Bus am Samstagmorgen Richtung Norden. Fort Portal ist um einiges touristischer als Kasese, was unter anderem bedeutet, dass es sehr viel gutes internationales Essen wie zum Beispiel Pizza und richtigen Kaffee gibt. Das war für unsere an Posho und Matooke gewöhnte Mägen schon ein unvergesslicher Genuss!













Nachdem wir eine Unterkunft gefunden hatten, mieteten wir einen Wagen, mit dem es
dann in den Regenwald ging, wo Benon (einer unserer Freunde aus Kasese) eine Wanderroute für uns ausgesucht hatte. Mit einem Guide ging es dann zu einem Wasserfall, der beindruckender kaum hätte sein können.

Vor der Wanderung...
Nach einem mehr oder weniger beschwerlichen Abstieg nahmen dort also eine (sehr starke, kalte) Dusche, machten Fotos und machten uns dann auch schnell wieder auf den Heimweg, denn lauter Donner ließ nichts Gutes ahnen. Und tatsächlich ein paar Minuten später fing es an, aus allen Himmeln zu schütten, was den Rückweg auf dem schlammigen Trampelpfad den Berg hinauf nicht gerade leicht machte. Tatsächlich waren wir nach ein paar Minuten klitschnass und waren heilfroh als wir den Wagen erreichten.
...und danach
Der weitere Weg im Wagen war jedoch nicht weniger abenteuerlich, denn auch die beim Hinweg so staubige Lehmstraße hatte sich in ein einziges Schlammloch verwandelt. Für uns bedeutete das seitlich „durch die Gegend rutschen“, Aussteigen bei kritischen Passagen und 2-3mal schiebend das Auto aus besonders tiefen Schlammlöchern zu befreien.
Aber das war spaßiger, als es sich vielleicht anhört! 
Den Sonntag verbrachten wir dann noch gemütlich mit Einkaufen,  Sightseeing und (natürlich) die kulinarischen Köstlichkeiten Fort Portals genießend.
Das war’s erst mal wieder von uns, wir versuchen, uns so bald wie möglich wieder zu melden. Bis dahin eine schöne Zeit euch allen!

Beste Grüße von den Hobbyziegen Johanna & Jakob

Dienstag, 17. September 2013



Einen wunderschönen guten Abend ihr alle,

wir Freiwilligen wollen diesen ruhigen Abend nutzen um mal wieder ein Lebenszeichen von uns zu geben. Die letzte Zeit haben wir mit der Registrierung neuer Beneficiary- Gruppen verbracht und dies nun auch vollendet. Unsere 5 Gruppen stehen, die wir in nächster Zeit mit diversen Workshops über Ernährung, Hygiene, Familienplanung und etliche weitere Themen bearbeiten werden. 

Ericana (links) und unsere letzte Gruppe
Dazu fuhren wir in den letzten Wochen regelmäßig mit George und Ericana in der näheren Umgebung herum um neue Familien zu finden, die in das Projekt aufgenommen werden sollen. Zu Beginn waren wir mit den Boda Bodas unterwegs (was wirklich sehr viel Spaß machte!), später nutzten wir für die größeren Entfernungen dann vermehrt das Auto. 

Für uns war es sehr spannend, die Wohnsitze der potentiellen Beneficiaries zu besuchen und so etwas über die Lebensumstände der Menschen zu erfahren. Die meisten leben auf kleinen Höfen mit selbstgebauten Lehmhäusern, wo Haus- und Nutztiere wie Ziegen, Hühner und vereinzelt sogar Kaninchen frei herum laufen. Die Armut ist bei vielen der Familien hier in der Gegend sehr offensichtlich, was es uns sehr schwer machte, das Obst und Gemüse, was wir von einigen Leuten geschenkt bekamen, guten Gewissens anzunehmen. Aber George und Ericana erklärten uns, dass es zu ihrer Kultur gehört, seinen Gästen Geschenke zu machen, das ist eben die afrikanische Herzlichkeit.

Besonders für die Kinder sind wir auch immer eine Attraktion. Egal wo wir hinkommen, das erste Kind, das uns sieht, rennt mit lauten „Muzunghu“ und „how are you?“(wohl die Standartbegrüßung für alle Fremden)-Rufen zu allen umstehenden Häusern und lenkt somit die ganze Aufmerksamkeit der Nachbarskinder auf uns. Und tatsächlich dauert es dann meist nicht lange, bis wir von einer Horde Kinder umringt sind, die uns bestaunen und, sobald die erste Scheu überwunden ist, auch anfassen wollen. Einzig Georges Kinder freuen sich nicht wirklich, wenn wir sie besuchen. Marc, der jüngere Sohn rennt schreiend und weinend weg, sobald er nur ein bisschen weiße Haut zu sehen bekommt und auch der etwas ältere Christian hält sich lieber auf Distanz. Woher diese Abneigung kommt ist uns etwas schleierhaft, aber wir hoffen, dass wir mit dem Inhalt unseres nächsten Pakets punkten können (Haribo!!).


Aber nicht nur Arbeit kennt das Leben. Auf Empfehlung unseres gut sortierten Volunteerordners mit Reisevorschläge, Kurztrips und guten Restaurants in der Umgebung haben wir unsere festen Schuhe ausgepackt und sind zu einem nahegelegenen Wasserfall gelaufen um dort in Ruhe die Füße hoch zu legen, zu entspannen und zu lesen. So zumindest war der ursprüngliche Plan.
Nachdem wir uns an diesem sehr schönen, warmen Sonntag auf den Weg gemacht hatten merkten wir, dass uns ein kleiner Junge folgte. Zunächst dachten wir uns nichts dabei, denn das kann hier schon mal vorkommen, nach ca. 10 Minuten fragten wir ihn sicherheitshalber, ob er nicht umkehren wolle, dieser jedoch verstand uns natürlich nicht und folgte uns beharrlich weiter. Nach einer weiteren Zeit machten wir uns Sorgen, da es mittlerweile Mittag war und die Temperaturen immer weiter stiegen, zumal der arme Kerl für jeden unserer Schritte mindestens zwei gehen musste.
Im nächsten Dorf  verließ er uns schließlich doch wieder und wir kamen an unserem Ziel an. Einem kleinen Fluss, der sehr schön einen Berg herunterkommt.
Am Fuße dieses Berges also setzten wir uns auf eine, von der Sonne angenehm warme Steingruppe und waren gerade im Begriff mit dem Entspannen zu beginnen, als sich auf einmal eine Hand voll strahlender Kinder zu uns gesellte und aufmerksam unsere, aus Deutschland mitgebrachten, Zeitungen studiert. Na gut, dann halt kollektives Lesen haben wir gedacht, aber als es immer mehr Kinder wurden, war an Ruhe nicht mehr zu denken. Johanna packte ihren Fotoapparat aus und von da an war die Meute gar nicht mehr zu halten. Es wurde getanzt, getobt und geturnt um möglichst spektakuläre Bilder von sich sehen zu können.
Richtig herzerweichend wie sich die Kinder  stundenlang mit einer schier unendlichen Begeisterungsfähigkeit um die Muzunghuzeitschriften und den Fotoapparat widmen können. Circa 200 Fotos später war es dann aber genug.

Zum Abschied gab´s für jeden ein Bild aus der Neon (mehr hatten wir nicht anzubieten, die Kinder haben sich aber gefreut wie ein Schneekönig) und wir machten uns auf den Weg nach Hause, denn der erste afrikanische Sonnenbrand machte sich bemerkbar.

Ansonsten ist Johanna ganz entzückt von der Horde neuer Babyziegen, die hier auch noch Erwähnung finden sollte. In letzter Zeit wurden 8 kleine, weiße, sehr, sehr neugierige Ziegen geboren (oder „produced“, wie man hier so schön sagt), die einem um die Füße springen, sobald man die Tür zu ihrem Stallabteil öffnet. Hier soll ich noch einmal betonen, dass sie sehr sehr süß sind!...also wirklich sehr süß.



Dann bleibt uns nur noch euch einen schönen Winter zu wünschen,
Beste Grüße,
Johanna und Jakob